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Informationen über Legasthenie/LRS/Dyskalkuliegem. der Quick Referece Map des Kärntner Landesverbandes Legasthenie
Was sind Legasthenie und Dyskalkulie?Legasthenie und Dyskalkulie sind im Menschen vorhandene genbedingte, durch Vererbung weitergegebene Veranlagungen. Durch gengesteuerte Entwicklungsprozesse im Gehirn werden die Sinneswahrnehmungen beeinflusst. Dies haben wissenschaftliche Forschungen bewiesen. Pädagogische Definition„Ein legasthener Mensch, bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz, nimmt seine Umwelt differenziert anders wahr, seine Aufmerksamkeit lässt, wenn er auf Buchstaben oder Zahlen trifft, nach, da er sie durch seine differenzierten Teilleistungen anders empfindet als nicht legasthene Menschen. Dadurch ergeben sich Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens.“
Grundsätzlich spricht man von einer Primärlegasthenie und/oder
Primärdyskalkulie, wenn man Folgendes beobachten kann: Eine zeitweise
Unaufmerksamkeit des Kindes beim Schreiben, Lesen oder Rechnen,
d. h. wenn es unmittelbar mit Buchstaben- und/oder Zahlensymbolen
zusammentrifft. Differenzierte Sinneswahrnehmungen, die nicht ausreichend für
das Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens geschärft sind. Durch
unscharfe Sinneswahrnehmungen und der daraus folgenden Unaufmerksamkeit
entstehen Wahrnehmungsfehler.
Grundsätzlich spricht man von einer Lese- und Rechtschreibschwäche
und/oder Rechenschwäche, wenn man Folgendes beobachten kann: Interventionen müssen bei legasthenen und dyskalkulen Kindern also in allen drei Bereichen, welche die Legasthenie/Dyskalkulie bei einem Kind verursachen, erfolgen! Die Förderung verlangt ein Training an der Aufmerksamkeit und ein Training der Schärfung der Sinneswahrnehmungen, die man für das Schreiben, Lesen oder Rechnen unbedingt benötigt und ein Training an den Symptomen. Zum Unterschied genügt es bei einem LRS oder rechenschwachen Kind, verstärkt an der Symptomatik zu arbeiten, also verstärkt das Schreiben, Lesen und Rechnen zu üben, um Erfolge zu erzielen. Natürlich dürfen sowohl bei einem legasthenen/dyskalkulen Kind, als auch bei einem Kind mit LRS eventuellen Sekundärproblematiken nicht außer Acht gelassen werden. Sollten sich bei einem Kind völlig unerwartet - das Kind macht einen überaus intelligenten Eindruck - in der Schule Probleme beim Erlernen des Schreibens, Lesens oder Rechnens ergeben, so sollte man nicht zuwarten, unter dem Motto:„Das wird sich schon von alleine geben“, sondern dem Kind, noch bevor sich auch andere Sekundärproblematiken dazugesellen, eine individuelle und gezielte und vor allem rechtzeitige Hilfestellung geben.
In der Schule oder zuhause werden zuallererst Schwierigkeiten des Kindes beim Schreiben, Lesen und/oder Rechnen bemerkt. Es ist wichtig, dass Beobachtungen des Lehrers, als auch der Eltern von der jeweiligen anderen Partei ernst genommen werden. Zu vermeiden ist, sogleich von Schwäche, Störung, Krankheit oder gar Behinderung zu sprechen. Der Lehrer sollte ein grundsätzliches Wissen über die Problematik haben und die Eltern aufklären können. Doch kann es passieren, dass eine Existenz der Legasthenie oder Dyskalkulie geleugnet wird, damit man nicht Interventionen setzen muss. Die Zahl derer, die sich den Gegebenheiten verschließen, wird aber zum Glück für die Betroffenen immer geringer. Das Kind ist auf die Reaktion der Umgebung, das nötige Verständnis und die Förderung angewiesen, es kann sich selbst nicht helfen. Kein Gesetz wird dies auch je ändern können, sondern nur die Aufklärung der Menschen, nicht nur der Pädagogen, dass diese Kinder einen anderen Zugang zu der Materie des Schreibens, Lesens und/oder Rechnens haben. Nicht alle Kinder haben in allen Bereichen, manche nur in einem Bereich, Schwierigkeiten. Sie brauchen einfach mehr Zeit, um es zu erlernen. Lehrer können allerdings nur bedingt Kindern mit einer Primärlegasthenie - davon spricht man, wenn legasthene Kinder keine psychischen und physischen Gebrechen aufweisen - im Rahmen des Unterrichts zur Seite stehen! In manchen Fällen ist auch eine außerschulische Hilfe durch einen Legastheniespezialisten notwendig, damit der gewünschte Erfolg eintritt. Den meisten legasthenen/dyskalkulen Kindern kann alleine durch die gezielte individuelle Hilfe eines Legastheniespezialisten auf pädagogisch-didaktischer Ebene geholfen werden. Voraussetzung ist ein pädagogisches Testverfahren zur Feststellung und Kategorisierung der Legasthenie/Dyskalkulie, denn jedes Kind hat eine individuelle Ausprägung und benötigt deshalb auch individuelle Hilfe.
Die AFS-Methode ist das Ergebnis qualitativer und quantitativer empirisch pädagogischer Forschung. Die multisensorische Methode, deren Entwicklung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht worden ist, beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen, dass eine Verbesserung der Schreib-, Lese- und/oder Rechenfertigkeit eines legasthenen/dyskalkulen Menschen alleine durch das Üben am Symptom nicht zielführend ist. Deshalb muss in den Bereichen der Aufmerksamkeit, um der zeitweisen Unaufmerksamkeit beim Schreiben, Lesen und/oder Rechnen entgegenzuwirken, weiters in den Funktionen oder Sinneswahrnehmungen, diese müssen geschärft werden, im Symptombereich, um den Wahrnehmungsfehlern entgegenzuwirken, eine gezielte Förderung stattfinden. Die Methode ist als eine ganzheitliche zu sehen, weil die Kombination von vorgeschriebenen Strukturen und die frei wählbaren Teile der Förderung es erlauben, auf die Probleme der Kinder völlig individuell einzu- gehen. Die Methode ist offen für Anregungen und Verbesserungen von außen, alle Komponenten sollen sich ergänzen und ineinander wirken, sodass dem Kind die bestmögliche Hilfestellung gegeben wird. Die differenzierte Aufmerksamkeit führt dazu, dass das legasthene Kind im Symbolbereich nicht das leisten kann, was von ihm erwartet wird. Viele Fehler passieren, weil die Gedanken und das Handeln nicht im Einklang stehen. Dadurch entstehen sogenannte Wahrnehmungsfehler, die von Laien stets für Rechtschreibfehler gehalten werden. Das Zusammenführen der Gedanken und das gleichzeitige Handeln ist oberstes Ziel. Dies muss dem Betroffenen erst bewusst gemacht werden, damit er an diesem Problem arbeiten kann - ein intensives Gespräch ist daher notwendig. Es kann nur der starke Wille des Betroffenen mithelfen, seine Gedanken besser unter Kontrolle zu bringen. Das Aufmerksamkeitstraining ist durch verschiedene Übungen positiv zu unterstützen, wie durch Autogenes Training, Phantasiereisen, Entspannungsmusik, Geschicklichkeitsübungen, etc. Wichtig ist nur, dass es vom jeweiligen Kind angenommen wird. Wichtig ist es auch, öfters mit dem Kind über seine Probleme bezüglich der Aufmerksamkeit bei Symbolen zu diskutieren.
Die Funktionen, Sinneswahrnehmungen, auch Teilleistungen genannt, sind bei
legasthenen Kindern differenziert. Sie haben eine andere Wahrnehmung, sehr
schnelle Gedankengänge, die sie am richtigen Schreiben, Lesen oder Rechnen
hindern. Diese Kinder brauchen eine längere Zeit, um sich mit Symbolen
problemlos auseinanderzusetzen und sie müssen wesentlich vertiefender
Wortbilder oder Rechenprozesse erlernen. Wichtig ist es zu wissen, welche
Sinneswahrnehmungen differenziert sind, denn es ist in keiner Weise so, dass
alle Teilbereiche betroffen sein müssen.
Weiters ist es wichtig, dass nicht alle Sinneswahrnehmungen gleichzeitig, sondern ein Teilbereich nach dem anderen trainiert und verbessert wird. Dazu gibt es Funktionsübungen mit und ohne Symbole. Die Schwierigkeitsstufe der Übungen muss individuell nach dem Stand des Kindes gewählt werden. Das Kind soll nicht über, aber auch nicht unterfordert werden und soll genügend Erfolgserlebnisse haben, damit es die Freude am Training nicht verliert. Jede sinnvolle Übung kann im Rahmen des Funktionstrainings verwendet werden!
Das Symptomtraining ist das Arbeiten an den Fehlern. Auch legasthene/dyskalkule
Kinder erlernen Schreiben, Lesen und Rechnen auch durch das Üben. Wichtig
ist nur, dass das Erlernen und Vertiefen langsam und stetig passiert und mit
der Steigerung der Aufmerksamkeit und der Schärfung der Sinneswahrnehmungen
einher geht. Das Lernen muss mit allen Sinnen erfolgen. Das legasthene/dyskalkule
Kind begreift am besten durch das Angreifen. Man sollte daher dem Kind ermöglichen,
sich Buchstaben und Wortbilder auch dreidimensional zu merken. Viele Wörter
werden zwar auf herkömmliche Art und Weise gespeichert, indem die Kinder
von der Tafel oder vom Schul- ins Hausübungsheft schreiben. Doch meistens
sind es die einfachen, sogenannten leichten Wörter, die sie absolut nicht
behalten können. Hier kann eine dauerhafte Abspeicherung nur durch genaue
Worterarbeitung gewährleistet werden. Eine persönliche Fehlerwörterliste
des Kindes ist zu erstellen, diese ist dann kontinuierlich abzuarbeiten.
Diese Wörter werden in drei Stufen erarbeitet:
WORTKLANG WORTBEDEUTUNG In das Symptomtraining fällt auch eine besondere Lesemethode sowie eine
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